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Rache-Geschichten

Er hupte mich an jeder Bodenschwelle an – seine Stoßstange zahlte den Preis

Ein Drängler klebte über jede Bodenschwelle hinweg an meiner Stoßstange. Seine tiefergelegte Limousine erteilte ihm die Lektion, die ich nicht erteilen…

Er hupte mich an jeder Bodenschwelle an – seine Stoßstange zahlte den Preis

Ich fahre einen Firmenwagen für einen Sanitärbetrieb, und an einem Nachmittag hatte ich einen Auftrag in einer Siedlung bei Dortmund, in der alle fünfzehn Meter eine dieser hohen Gummi-Bodenschwellen lag, gebaut, um jeden auf Schritttempo runterzubremsen. Es war die Art Straße, in der vor jedem zweiten Haus ein Basketballkorb am Bordstein stand und irgendwo hinter einem Zaun ein Hund bellte, definitiv kein Ort für jemanden, der es eilig hat. Ich rollte also mit den erlaubten fünfundzwanzig Stundenkilometern über jede Schwelle, als sich hinter mir eine tiefergelegte schwarze Limousine viel zu dicht heranschob.

Er hing die ganze Straße lang an meiner Stoßstange, hupte durchgehend und betätigte die Lichthupe, jedes Mal, wenn ich für eine Schwelle bremste, wie es das Gesetz und der gesunde Menschenverstand verlangten. Ausweichen konnte ich nirgends, beidseitig standen Autos dicht an dicht geparkt, also hielt ich einfach mein Tempo und behielt ihn im Rückspiegel.

Ich sah, dass sein Wagen extrem tief lag, so eine Tuning-Optik, die auf der Autobahn toll aussieht und überall sonst furchtbar ist. Ich beschleunigte nicht. Ich bremste auch nicht absichtlich scharf. Ich fuhr einfach exakt so, wie ich immer gefahren wäre, wenn er nicht dagewesen wäre, langsam und gleichmäßig über jede einzelne Schwelle.

Weil er so dicht auffuhr, hatte er kaum Platz, gleichmäßig abzubremsen, so wie ich es konnte. Jedes Mal, wenn ich über eine Schwelle rollte, musste er entweder zurückfallen, was sein Ego offenbar nicht zuließ, oder schnell und dicht hinter mir drüberfahren, was die Bodenfreiheit seines Autos definitiv nicht zuließ.

Das erste Schleifen kam etwa auf einem Drittel der Straße, ein metallisches Krachen, laut genug, dass ich es klar über meinen eigenen Motor hörte. Er fiel nicht zurück. Das zweite Schleifen kam zwei Schwellen später, schlimmer als das erste. Bei der vierten Schwelle war er endlich eine ganze Wagenlänge zurückgefallen, aber der Schaden war da schon angerichtet.

Ich fuhr weiter mit Tempo fünfundzwanzig, warf noch einen Blick in den Spiegel und sah, wie er gegen Ende der Straße rechts anhielt und sich hinkniete, um zu begutachten, was von seinem Frontspoiler übrig war. Eine Hand hatte er in die Hüfte gestemmt, mit der anderen rieb er sich die Stirn, als wüsste er schon genau, was der Kostenvoranschlag zeigen würde.

Ich hielt nicht an. Auf mich wartete zwei Häuser weiter ein Warmwasserboiler, und ehrlich gesagt gab es nichts mehr zu sagen, das sein eigenes Auto nicht schon besser gesagt hätte.

Ein Nachbar, der gerade im Garten arbeitete, erzählte mir später, er habe vier deutliche Schleifgeräusche gezählt, bevor der Typ aufgab und mich in Ruhe vorausfahren ließ.

Manche Lektionen über Geduld erteilt der Asphalt, nicht Menschen.

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Namen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.