Er launchte meine Website, ohne mich zu bezahlen
Ein Kunde launchte meine Website, ohne die Schlussrechnung zu zahlen. Mein Vertrag gab mir die Nutzungsrechte, und das änderte alles sehr schnell.
Ich bin freiberufliche Webdesignerin mit eigenem kleinen Homeoffice, und letztes Jahr engagierte mich ein Mann namens Dirk Wolter, um die Website und die gesamte Markenidentität für sein Geschäft, Wolter Wohnmöbel, in Hannover komplett neu zu gestalten.
Mein Vertrag war für diese Art freiberuflicher Arbeit ziemlich Standard: fünfzig Prozent des Gesamthonorars als Anzahlung im Voraus, der Restbetrag vollständig bei endgültiger Lieferung fällig, und die vollständigen Nutzungsrechte gingen erst auf den Kunden über, sobald diese Schlusszahlung tatsächlich eingegangen war, keinen Moment früher.
Ich baute die gesamte Website über mehrere Wochen auf, schickte Dirk einen privaten Staging-Link speziell zur Prüfung, und nahm über etwa sechs Wochen jede gewünschte Überarbeitung vor, bis er mir direkt sagte, es sehe genau richtig aus und er sei vollständig bereit, sie öffentlich zu launchen.
Dann ging die Schlussrechnung wie geplant hinaus, und Dirk wurde komplett still. Aus einer Woche wurden drei volle Wochen. Als ich schließlich direkt nachfragte, sagte er, das Geschäft laufe momentan schlecht und er würde sich bald darum kümmern, ein Satz, den jede freiberuflich arbeitende Person irgendwann lernt, ernst zu nehmen und sich Sorgen zu machen.
Etwa einen Monat später erwähnte eine völlig unbeteiligte ehemalige Kundin von mir zufällig, sie habe Wolters brandneue Website bereits live gesehen, genau die, die ich für ihn gebaut hatte, vollständig veröffentlicht, mit meinem Originaldesign und dem zugrunde liegenden Code, live auf seiner tatsächlichen Domain, ohne dass jemals eine einzige Zahlung von seiner Seite eingegangen war.
Laut den konkreten Bedingungen meines Vertrags waren die vollständigen Nutzungsrechte nie tatsächlich auf ihn übergegangen, da diese Schlusszahlung nie erfolgt war, was technisch bedeutete, dass die aktuell live laufende Website auf seiner Domain sowohl technisch als auch rechtlich eine unlizenzierte Nutzung meiner eigenen kreativen Arbeit war.
Ich schickte Dirk ein formelles schriftliches Mahnschreiben, das sich auf die genaue Vertragsklausel bezog, den konkreten ausstehenden Rechnungsbetrag sowie die im ursprünglichen Vertrag bereits klar festgelegte Verzugsgebühr, und ich teilte ihm direkt mit, dass ich eine formelle Urheberrechts-Löschanfrage bei seinem Webhosting-Anbieter einreichen würde, wenn die Angelegenheit nicht innerhalb von fünf Werktagen geklärt sei.
Ich erwähnte außerdem, höflich aber klar, dass ein Termin beim Amtsgericht ein durchaus realistischer nächster Schritt sei, falls die Löschanfrage allein die Sache nicht schnell genug klären würde, da der ursprüngliche Vertrag zusammen mit meinen Lieferunterlagen den gesamten zeitlichen Ablauf von Anfang bis Ende extrem leicht dokumentierbar machte.
Dirk überwies den vollständigen ausstehenden Betrag, einschließlich der festgelegten Verzugsgebühr, nur zwei Tage später, offensichtlich weil er diese Option deutlich vorzog, gegenüber seiner brandneuen Website, die mitten in der geschäftigen Verkaufssaison komplett offline geht. Ich schickte ihm eine formelle Quittung, aktualisierte die Lizenzübertragung schriftlich für unsere beiden Unterlagen, und seitdem hat kein einziger Kunde mehr diesen bestimmten Trick bei mir versucht.
Nächste Geschichte Mein Kollege sabotierte mich vor der BeförderungNamen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.




