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Rache-Geschichten

Nachbarn klauten monatelang meinen Stellplatz, dann wurden sie abgeschleppt

Monatelang stand ein fremdes Auto auf meinem zugewiesenen Stellplatz. Zwei Abmahnungen später endete es mit einem Abschleppwagen.

Nachbarn klauten monatelang meinen Stellplatz, dann wurden sie abgeschleppt

Stellplatz vierzehn in unserer Wohnanlage am Rheinufer hatte meine Wohnungsnummer in verblasstem Gelb auf den Bordstein gemalt, was für Familie Krüger aus dem Stockwerk über mir offenbar eher ein Vorschlag war.

Es fing mit ein- oder zweimal im Monat an: Das Auto ihres Besuchs stand auf meinem Platz, während ich bei der Arbeit war, und war wieder weg, bevor ich abends heimkam – leicht genug, um es zunächst zu übersehen.

Im dritten Monat war es fast täglich, mal ihr eigenes Auto, mal das eines Freundes, und immer so kurz, dass mir nur das kleine Ärgernis blieb, zwei Straßen weiter einen Parkplatz suchen zu müssen.

Ich hinterließ bei den ersten Autos höfliche Zettel unter dem Scheibenwischer, von der Sorte „Freundliche Erinnerung: Das ist Stellplatz 14, fest zugeteilt“, ohne echte Schärfe.

Die Zettel wurden ignoriert, bis schließlich einer mit „sorry, wird verschoben“ darunter gekritzelt zurückkam, was fast lustig war, da das Auto am nächsten Morgen immer noch dort stand.

Ich rief bei der Hausverwaltung an, statt einen vierten Zettel zu schreiben, denn Zettel waren offenbar keine Sprache, die im oberen Stockwerk jemand verstand.

Sie holten unsere Hausordnung heraus, die ich vorher nicht genau gelesen hatte, und es stellte sich heraus, dass wiederholte Parkverstöße auf einem zugewiesenen Stellplatz nach zwei schriftlichen Abmahnungen bei der Verwaltung zum Abschleppen führen können.

Die Verwaltung schickte die erste formelle Abmahnung direkt an die Wohnung von Familie Krüger, mit meinen dokumentierten Daten und Fotos als Grundlage.

Sie ignorierten sie, wie zu erwarten, und das Auto des Besuchs war in derselben Woche wieder auf Stellplatz vierzehn, als wäre auch die Abmahnung eher ein Vorschlag gewesen.

Die zweite Abmahnung ging mit einer klaren Zeile am Ende hinaus: Jeder weitere Verstoß führt zum Abschleppen auf Kosten des Fahrzeughalters, ohne weitere Ankündigung.

Ich fotografierte trotzdem jeden Vorfall weiter, inzwischen eher aus Gewohnheit, und Datum und Uhrzeit stapelten sich in einem Ordner, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn so oft brauchen würde.

Drei Wochen später, an einem Samstagmorgen, als die halbe Wohnanlage Wäsche erledigte oder Einkäufe einlud, stand ein Auto, das ich von der Wohnung der Krügers kannte, wieder auf Stellplatz vierzehn.

Ich meldete es wie immer der Hausverwaltung, und diesmal stand statt einer weiteren Abmahnung innerhalb einer Stunde ein Abschleppwagen da.

Er lud das Auto mitten auf dem offenen Parkplatz auf, gut sichtbar von den Fenstern des Waschraums und den Briefkästen aus, an einem Samstag mit besonders viel Betrieb in unserem Haus.

Die Krügers kamen mitten beim Wäscheaufhängen herunter, und die Unterlagen der Verwaltung mit zwei früheren schriftlichen Abmahnungen für genau dieses Fahrzeug ließen ihnen kaum Raum, vor Ort zu protestieren.

Sie zahlten die Abschlepp- und Standgebühr selbst, und Stellplatz vierzehn gehört seitdem ausschließlich meinem Auto, verblasstes gelbes Zeichen inklusive.

Ich bewahre den Ordner mit den Fotos immer noch auf, inzwischen eher als Erinnerungsstück – daran, dass unspektakuläre, geduldige Dokumentation am Ende länger durchhält als jeder, der Grenzen austestet.

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Namen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.