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Rache-Geschichten

Wir hielten uns exakt an den Dienstplan, genau wie er wollte

Unser Chef verlangte unbezahlte Überstunden, dann sollten wir uns nur an den Dienstplan halten. Wir taten es exakt, und die Zentrale merkte es sofort.

Wir hielten uns exakt an den Dienstplan, genau wie er wollte

Ich arbeitete in der Spätschicht in einem Logistikzentrum von Fenner Logistik in Dortmund, wo wir Fracht für die Morgen-Lkw beluden und bereitstellten, und unser Schichtleiter, Uwe Bracht, hatte die Angewohnheit, uns zu bitten, ein bisschen mehr zu leisten, wann immer eine Lieferung im Verzug war, ohne je auch nur ein Wort über Überstunden zu verlieren.

Das ging schon über ein Jahr so, bevor mir das Muster wirklich auffiel. Ein Lkw kam verspätet an, Uwe ging über die Halle und fragte, wer für das Team länger bleiben könnte, und irgendwie waren es immer dieselben sechs oder sieben von uns, die am Ende blieben, ohne Bezahlung, in jeder Hinsicht, die zählte, außer auf dem Papier.

Als einige von uns endlich nach den Überstunden fragten, wurde Uwe defensiv. Er sagte, wenn wir nicht flexibel sein wollten, wenn die Halle uns brauche, sollten wir uns ab jetzt einfach genau an den Dienstplan halten, nicht mehr und nicht weniger. Er meinte es als Drohung. Wir verstanden es als Anweisung.

Ab der nächsten Schicht machten wir genau das, was in unseren schriftlichen Stellenbeschreibungen stand, und nichts darüber hinaus. Lader beluden nur die ihnen zugewiesenen Tore. Niemand übernahm die Pause für jemanden an einer anderen Linie, niemand wechselte zwischen den Stationen, um einem langsameren Team zu helfen, und niemand blieb vier zusätzliche Minuten nach Feierabend, um eine halbfertige Palette zu Ende zu bauen.

Es fühlte sich zunächst seltsam an, fast unangenehm, weil die meisten von uns stolz darauf waren, dass die Halle reibungslos lief. Aber innerhalb einer Woche verpassten zwei Lkw ihre vertraglich festgelegten Ladefenster, weil die kleinen Aufgaben, die früher durch die unbezahlte Kulanz aller erledigt wurden, einfach nicht mehr passierten.

Der Kunde, dem diese beiden Lieferungen gehörten, beschwerte sich direkt bei der Zentrale über die Verzögerung, weil verpasste Zeitfenster bedeuteten, dass sein eigener Lieferplan die Kette runter zusammenbrach. Dieser Anruf ging offenbar bis in die Regionalleitung.

Eine Regionalleiterin namens Sandra Brandt flog aus Leipzig ein, um herauszufinden, warum eine Halle, die drei Jahre lang nie ein Ladefenster verpasst hatte, plötzlich innerhalb von fünf Tagen zwei verpasst hatte. Uwe versuchte, es als vorübergehendes Personalproblem abzutun.

Ich war derjenige, der Sandra schließlich ruhig und ohne jemanden zum Bösewicht zu machen erklärte, dass die Belegschaft genau das tat, was auf dem Dienstplan stand, nicht mehr, nach Uwes eigener Anweisung, und dass unbezahlte Überstunden seit über einem Jahr still und heimlich die Norm gewesen waren.

Sandra sah sich selbst die Stundenprotokolle an, anstatt einem von uns beiden einfach zu glauben, und das Muster war offensichtlich, sobald sie geplante Stunden mit tatsächlichen Ausstempelzeiten über mehrere Monate verglich. Innerhalb eines Monats musste Uwe Überstunden schriftlich genehmigen lassen, und die Halle führte eine echte Bereitschaftsvergütung für verspätete Lieferungen ein.

Uwe hat sich nie persönlich bei mir entschuldigt, aber er hat nie wieder jemanden gebeten, umsonst mit einzuspringen. Als das nächste Mal ein Lkw verspätet war, hatten wir eine volle, ordentlich bezahlte Besatzung eingeplant, bevor der Anhänger überhaupt an der Rampe stand.

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Namen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.