Rentner repariert im Regen den Generator einer alleinerziehenden Mutter
Beim Reparaturcafé der Bücherei stand ein Rentner eine Stunde im Regen, um den Generator einer alleinerziehenden Mutter zu retten.
Unsere Bücherei hat vor etwa einem Jahr ein monatliches Reparaturcafé gestartet, eher als kleines Experiment. Ehrenamtliche mit handwerklichem Hintergrund bauen Tische im Gemeinschaftsraum auf, und jeder aus dem Ort kann eine kaputte Lampe, einen verstopften Staubsauger oder einen Toaster vorbeibringen, der nicht mehr toastet, und jemand schaut sich das kostenlos an.
Herbert, ein pensionierter Elektrogeräte-Reparateur Ende siebzig, war seit dem Start fast bei jedem einzelnen Termin dabei. Er kommt früh, baut sein eigenes Werkzeug auf, weil er der gemeinsamen Werkzeugkiste nicht traut, und arbeitet sich mit einer Geduld durch die Schlange, die man heute nicht mehr oft sieht.
An einem unserer ersten Reparaturcafés, an dem es tatsächlich regnete, kam eine Frau namens Sandra völlig durchnässt herein, entschuldigte sich schon, bevor sie die Tür ganz aufhatte, und fragte, ob es zu spät sei, um noch etwas vorbeizubringen. Auf der Ladefläche ihres Wagens draußen stand ein kleiner Notstromgenerator, wie man ihn für die Sturmsaison bereithält, und ihrer hatte genau in der Woche zuvor den Start verweigert, als ein Sturm für drei Tage den Strom lahmgelegt hatte.
Sandra war alleinerziehend mit zwei Kindern und einem Job, der um fünf Uhr morgens anfing, und sie erzählte Herbert, fast nebenbei, während er schon bis zu den Ellbogen im Gehäuse des Generators steckte, sie könne sich den Werkstattpreis für etwas nicht leisten, das vielleicht ohnehin nicht mehr zu reparieren sei.
Herbert sagte nicht viel dazu. Er bat sie nur, ihm zu helfen, den Generator von der Ladefläche unter das bisschen Vordach vor der Tür zu tragen, weil er kein Regenwasser über den Boden schleppen wollte, den der Hausmeister gerade gewischt hatte.
Eine Stunde lang, im kalten, stetigen Regen, unter einem Vordach, das kaum etwas abhielt, nahm Herbert diesen Generator Stück für Stück auseinander. Vergaser, Zündkerze, Kraftstoffleitung. Sandra hielt eine Taschenlampe und einen Golfschirm über seine Hände, während er arbeitete, und beide wurden trotzdem nass bis auf die Haut.
Er fand das Problem schließlich: altes Benzin, das über den Sommer im Vergaser verharzt war, ein Ersatzteil für ein paar Euro und etwa vierzig Minuten geduldiges Reinigen, sobald er wirklich reinschaute. Er zog zweimal probeweise am Anwerfseil, und beim dritten Zug sprang der kleine Motor an und heulte direkt unter dem Vordach auf.
Sandra fing an zu weinen, bevor sie überhaupt Danke sagen konnte. Sie erzählte ihm, sie habe die ganze Woche Angst vor dem nächsten Sturm gehabt, in Gedanken schon bei verdorbenen Lebensmitteln und kalten Duschen für ihre Kinder.
Herbert wehrte die Tränen genauso ab wie ihren Versuch, ihn zu bezahlen. Er sagte ihr, der ganze Sinn des Reparaturcafés sei, dass niemand bei einem Sturm zwischen Essen und Strom wählen müsse, und dass er lieber eine Stunde im Regen stehe, als sie das durchmachen zu lassen.
Beim nächsten Reparaturcafé war er wieder da, trockener Tisch, trockenes Werkzeug, dieselbe geduldige Schlange mit ihren kaputten Dingen.
Manche der wichtigsten Reparaturen passieren an den unbequemsten Orten.
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