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Herzensgeschichten

Bauarbeiter versteckt jeden Tag einen Dino für kranke Kinder

Ein Bauarbeiter bemerkte kranke Kinder an den Krankenhausfenstern und versteckte für sie jeden Morgen einen selbstgebauten Dinosaurier neu.

Bauarbeiter versteckt jeden Tag einen Dino für kranke Kinder

Unsere Kinderklinik liegt direkt neben einer Baustelle, die seit fast einem Jahr da ist, ein neues Bürogebäude, das langsam Stockwerk für Stockwerk vor den Fenstern der Kinderstation nach oben wächst.

Die meisten meiner kleinen Patienten hassten diesen Blick zuerst. Der Lärm, die Kräne, das ganze Chaos sind für ein Kind, das wochenlang im Krankenhausbett festsitzt, nicht gerade beruhigend.

Dann, vor etwa vier Monaten, zeigte einer meiner Patienten, ein siebenjähriger Junge namens Paul, der schon länger bei uns war, als irgendjemand von uns wollte, eines Morgens aus seinem Fenster und fragte mich, wer den Dinosaurier dort aufgestellt habe.

Ich schaute hinaus und fand eine Figur aus Sperrholz, etwa einen Meter groß, grob, aber liebevoll wie ein Comic-T-Rex bemalt, gegen einen Rohrstapel im dritten Stock der Baustelle gelehnt, genau so gedreht, dass man sie von den Fenstern der Kinderstation im vierten Stock klar erkennen konnte.

Ich fragte herum und fand schließlich heraus, dass es ein Bauarbeiter namens Uwe gewesen war, der sie gebaut hatte. Er erzählte mir später, ihm sei aufgefallen, dass in den Pausen manchmal Kindergesichter in den Fenstern auftauchten, und es habe ihn gestört, dass die den ganzen Tag nur Baugerüst und Betonstahl anschauen konnten. Er hatte den Dinosaurier in seiner Freizeit aus Restholz gebaut, mit übrig gebliebener Farbe aus dem alten Kinderzimmer seiner Tochter.

Paul war begeistert. Er taufte ihn innerhalb einer Stunde Rex und verbrachte einen ganzen Nachmittag nur damit, ihn zu beobachten, lebhafter, als er es seit Tagen gewesen war.

Am nächsten Morgen war Rex weitergewandert. Derselbe Dinosaurier, ein komplett anderer Platz auf der Baustelle, jetzt halb versteckt hinter einem Stapel Betonstahl in einem ganz anderen Stockwerk.

Paul merkte es wenige Minuten nach dem Aufwachen. Er fragte fast fieberhaft die anderen Kinder auf der Station, ob sie gesehen hätten, wohin Rex gegangen sei, und als ihn ein Junge zwei Zimmer weiter schließlich entdeckte, taten die beiden, als hätten sie einen Code entschlüsselt.

Das ging von da an jeden einzelnen Tag so weiter. Uwe, fanden wir heraus, kam jetzt fünfzehn Minuten vor Schichtbeginn, nur um die Figur an eine neue Stelle zu versetzen, wobei er die Sicht vom vierten Stock aus prüfte, bevor die eigentliche Bauarbeit überhaupt losging. Manchmal lugte Rex nur um eine Ecke. Manchmal war nur eine bemalte Klaue hinter einem Träger zu sehen. Eines Morgens saß er auf dem Dach eines Baucontainers, was die ganze Station für das lustigste Versteck bisher hielt.

Wir richteten auf der Station extra ein Whiteboard ein, um die täglichen Rex-Sichtungen festzuhalten, und Kinder aus drei verschiedenen Zimmern verglichen dort wie Detektive ihre Notizen.

Uwe ist nie hochgekommen, um sich vorzustellen oder sich für irgendetwas bedanken zu lassen. Ich habe seinen Namen nur erfahren, weil unsere Stationsleitung ihn am Kaffeewagen draußen erkannte und nachfragte.

Paul wurde schließlich entlassen, gesund genug, um endgültig heimzugehen, und eines der letzten Dinge, die er tat, bevor er ging, war, lange am Fenster zu stehen und noch einmal nach Rex zu suchen. Er fand ihn, halb versteckt hinter einem Stapel Bauholz, und lächelte einfach zum Fenster hinaus, als würde er sich von einem Freund verabschieden.

Rex steht immer noch fast jeden Morgen an einer neuen Stelle, für Kinder, die Uwe nie treffen wird und auch nie treffen muss.

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Namen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.