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Rache-Geschichten

Sie drängelte sich vor – die Kassiererin buchte alles auf sie

Eine Frau drängelt sich beim Einkaufen vor – die Kassiererin hat einen ungewöhnlichen Plan, um sie zu bestrafen.

Sie drängelte sich vor – die Kassiererin buchte alles auf sie

Ich steckte bis zu den Ellenbogen in einem Einkauf für zwei Wochen und räumte gerade im Supermarkt in der Lindenstraße alles aufs Band, als eine Frau in leuchtend gelber Leggings ihren Korb einfach an mir vorbeischob und ihn vor meinen Wagen stellte, als würde ich gar nicht existieren.

„Ich hab nur die eine Sache“, sagte sie zur Kassiererin, einer Frau namens Tanja, die diese Nummer sichtlich schon tausendmal gesehen hatte. „Macht dir doch nichts, oder?“ Sie wartete keine Antwort ab. Sie packte schon eine Tüte Avocados und eine Flasche Wein aufs Band.

Ich sagte nichts. Ich hatte ein Grillhähnchen im Wagen, das langsam kalt wurde, und meine siebenjährige Tochter wartete im Auto mit meinem Handy und einem Zeichentrickfilm, also ließ ich es durchgehen. Tanja fing für eine halbe Sekunde meinen Blick auf, und irgendetwas in ihrem Gesicht sagte mir: einfach zuschauen.

Tanja scannte die Avocados. Sie scannte den Wein. Dann, statt aufzuhören, griff sie über den kleinen Warentrenner aus Plastik und scannte einfach weiter – mein Grillhähnchen, meinen Kasten Wasser, das Müsli meiner Tochter, alle einunddreißig Artikel meines eigentlichen Einkaufs – direkt auf die Rechnung der Frau in der gelben Leggings.

Die Frau starrte die ganze Zeit auf ihr Handy, ohne überhaupt hinzusehen, bis Tanja die Summe laut ansagte: „Das macht zweihundertachtzehn Euro vierzig.“ Der Kopf der Frau ruckte so schnell hoch, dass ihre Sonnenbrille vom Kopf rutschte.

„Das kann nicht stimmen“, sagte sie und starrte auf den Bildschirm, als hätte er sie persönlich beleidigt. „Ich hatte doch nur zwei Sachen.“ Tanja, ohne mit der Wimper zu zucken, sagte, der Scanner müsse einen Fehler gemacht haben, und ob sie den ganzen Vorgang stornieren und neu anfangen wolle – das würde bedeuten, alles von vorne einzuscannen, während die nächste Kundin, also ich, immer noch wartete.

Die Frau sah sich die Schlange an, die sich hinter uns bildete, sah auf ihr Handy, das gerade vibrierte – vermutlich eine Parkuhr oder ein wartender Fahrdienst –, und sagte nur: „Vergessen Sie’s, behalten Sie’s“, warf zwei Zwanziger auf den Tresen, die nicht mal die Hälfte deckten, und ging, immer noch die Weinflasche in der Hand.

Kaum war die Tür zugefallen, stornierte Tanja das ganze Chaos, buchte in Ruhe meinen echten Einkauf zum echten Preis, und als sie bei dem einzigen Artikel ankam, der wirklich nur mir gehörte – einer Flasche Orangenlimo für meine Tochter –, lächelte sie und sagte: „Die geht aufs Haus, fürs geduldige Warten.“

Ich weiß nicht, ob Tanja wegen der Kassenabrechnung an dem Tag Ärger bekam, und ich habe nie erfahren, ob der Frau in der gelben Leggings je aufgefallen ist, dass sie für das Müsli einer Fremden bezahlt hat. Aber seitdem hat sich nie wieder jemand getraut, sich in dieser Schlange vorzudrängeln.

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Namen, Orte und Details wurden verändert. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.